Neue Broschüre dokumentiert Beispiele und Zahlen

Da ist der 58-Jährige, der als gelernter Weber und LKW-Fahrer drei Jahre arbeitslos war. Eigentlich ein schwieriger Fall. Doch Dank comback50 konnte er 2011 eine Stelle als Produktionshelfer finden. Beispiele wie diese führt die neue Broschüre "Zurück ins Arbeitsleben" der Beschäftigungsinitiative auf. Hinzu kommen viele überzeugende Zahlen, z.B. dass 68 Prozent aller Vermittelten eine Vollzeitstelle finden konnten. Seit 2009 hat comeback50 929 Personen betreut, davon konnten 280 in Arbeit vermittelt werden. Wer die 26 Seiten des Heftes durchgelesen hat, wird endgültig vom Projekt überzeugt sein!
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Kreativität und Phantasie als Erfolgsrezept - Kinoevent mit Karl Schieweling

Gerade die Kreativität sei es, die die Besonderheit des Programms Perspektive 50plus auszeichne - sagte MdB Karl Schiewerling just auf einem Musterbeispiel eines kreativen Events. Unternehmer aus dem Kreis Borken waren ins Cinema Ahaus gekommen, um sich mit dem Thema Ältere im Arbeitsleben auseinanderzusetzen. Eingeladen hatte die Initiative comeback50 zur Vermittlung älterer Arbeitsloser des Jobcenters im Kreis Borken.
So saßen die Chefs von Handwerksbetrieben und Firmen aller Art bequem bei Popcorn im Kinosessel und folgten dem vielseitigen Programm. Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte, dass der Arbeitsmarkt heute ganz unter dem Vorzeichen des demografischen Wandels stehe. "Heute werden Ältere in den Betrieben gehalten statt sie in Frührente zu schicken." Problematisch sei aber weiterhin, dass ältere Menschen immer noch Schwierigkeiten hätten, nach einer Phase der Arbeitslosigkeit wieder eine Anstellung zu finden. Hier setzt das "Erfolgsprogramm" Perspektive 50plus an. Mit den in den Regionen sehr unterschiedlichen Einzelprojekten gelingt es, so Schiewerling, ältere Arbeitslose zu aktivieren, zu trainieren und oft zu vermitteln. Wichtigster Grund für den Erfolg seien die wenigen Vorgaben, dies es den einzelnen Projektträgern und Jobcentern ermöglichen, viel Kreativität und Phantasie freizusetzen. Wahrscheinlich werde man nun auf Bundesebene beschließen, Perspektive 50plus mit ihren bundesweit 78 regionalen Beschäftigungpakten zu einem Regelangebot zu machen.
Auch Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster betonte: "Das Ungewöhnliche ist typisch für comeback50". Das Projekt stehe für neue Wege, gute Kontakte zur Wirtschaft und für existenzsichernde Beschäftigung für viele ehemals Arbeitslose. In einer Diskussionsrunde mit Vertretern aus Wirtschaft und Handwerk wurde deutlich, wie sehr mittlerweile viele Arbeitgeber Ältere in ihrem Betrieb schätzen: Vor allem die Erfahrung und Zuverlässigkeit sei es, die ihren Einsatz in vielen Bereichen sinnvoll macht. Allerdings: Ständige Weiterbildung auch im Alter ist Pflicht.
Wie es sich für ein Kino gehört, wurden auch Filme gezeigt: Der vielfach prämierte Kurzfilm "Edgar", in dem ein älterer Mann mit Schlitzohrigkeit Arbeit findet, sowie der neue Imagefilm von comeback50, in dem Beispiele gelungener Vermittlung dokumentiert werden. Den satirischen Abschluss bildete Kabarettistin Uta Rotermund, die als selbstbewusst-kratzige Dame in den besten Jahren für die eigentlichen Qualitäten dieser Generation warb.

Betriebsbesichtigung bei iglo

Betriebsbesuche sind eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und mögliche Arbeitgeber kennen zu lernen. Eine Gruppe von 20 comeback50-Teilnehmenden hat sich nach Reken aufgemacht, um die dortige Fabrik der Fa. iglo zu besuchen. In Reken werden Tiefkühlgemüse und –kräuter sowie Fertiggerichte hergestellt. 550 Mitarbeitendeproduzieren dort rund 90.000 Tonnen im Jahr – also ein interessanter Arbeitgeber auch für Ältere. Auf dem Besuchsprogramm standen eine Besichtigung der Produktion von der Frostung bis zur Verpackung, eine „Verköstigung“ (mit Lachsstäbchen) und eine kleine Rundfahrt durch die umliegenden Felder, wo Spinat & Co angepflanzt wird. Allgemein war die Gruppe angetan von den modernen Verarbeitungsmethoden und -anlagen.

Mobilitätswoche - comeback50 macht mit

Für Langzeitarbeitslose ist es oft schwer, sich nach langer, erfolgloser Stellensuche auf den Weg zu machen und so mobil zu sein, wieder einen Job zu suchen oder sich um eine Weiterbildung zu kümmern. Viele müssen es erst lernen, richtig die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, einen Fahrkartenautomaten zu bedienen oder die passende Verbindung zu finden. Die sechs Regionen an Rhein, Ruhr und in Westfalen haben deswegen einen „Mobilitätstag“ initiiert, bei dem ältere Arbeitslose in Gruppen selbstständig den Weg nach Essen finden sollen, um sich im Berufsförderungszentrum (Bfz) Essen über verschiedene Qualifizierungsmöglichkeiten zu informieren. Anschließend besuchten alle die Zeche Zollverein in Essen. Aufgabe war es, mit öffentlichem Nahverkehr zum Bfz Essen zu gelangen. Jede Gruppe hatte eine Begleitung, die bei entsprechenden Problemen weiterhalf. Bei comeback50 standen außerdem noch beispielsweise ein Roller-Kurs (Foto), ein Kurs über das Flicken von Fahrrädern oder eine Fahrradtour auf dem Programm.



Was verbirgt sich hinter dem Begriff Perspektive 50plus?

„Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“ ist ein Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser. Neben den Potenzialen der Wirtschaft und der Länder soll auch die Gestaltungskraft und Kreativität der Regionen stärker als bisher zur beruflichen Eingliederung älterer Langzeitarbeitsloser genutzt werden. Bundesweit haben sich 62 Beschäftigungspakte gebildet, die an der Umsetzung dieses Ziels mit gutem Erfolg arbeiten.
Seit dem 01. Juli 2009 ist auch der Kreis Borken mit seinem jobcenter im Kreis Borken Mitglied der Initiative Perspektive 50Plus.


Wer setzt die Ziele um?

Die Service-Punkte ARBEIT, die in jeder Stadt und Gemeinde des Kreises angesiedelt sind, kümmern sich um die Betreuung arbeitsloser Menschen, insbesondere der Menschen, die bereits seit längerer Zeit arbeitslos sind und aus eigenen finanziellen Mitteln ihren Lebensunterhalt vorübergehend nicht bestreiten können. Darüber hinaus ist das Ziel, für alle Beteiligten am Arbeitsmarkt die Situation insgesamt zu verbessern: nicht nur für Arbeitnehmer und deren Familien, sondern auch für Arbeitgeber sollen neue Perspektiven erschlossen werden. im Rahmen der Inbitiative Perspektive 50plus wurden für den Nordkreis die Berufsbildungsstätte Westmüsterland und für den Südkreis die Akademie Klausenhof mit der Durchführung des Projekts beauftragt.


Wer profitiert von diesem Projekt?

Unter den arbeitslosen Teilnehmern des Projekts sind etliche, die wegen ihres Alters große Probleme haben, wieder eine neue Arbeitsstelle zu finden. Dies ist vor allem deswegen bedauerlich, weil die Betriebe damit auf für sie wichtige Eigenschaften wie Lebenserfahrung, Motivation, Einsatzbereitschaft und Disziplin verzichten. Besonders die fachlichen Erfahrungen, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden können, sind ein unwiederbringlicher Schatz, auf den zu verzichten man sich kaum leisten kann.


Die Teilnehmenden

An diesem Punkt setzt das Projekt comeback50 an:
Es hat zum Ziel, Menschen, die 48 Jahre und älter sind, wieder in Arbeit zu bringen. Das ist zugegeben keine große Neuigkeit; das Besondere an diesem Projekt im Vergleich zu früheren ist jedoch, dass der Teilnehmer als einzelner Mensch ganzheitlich mit seinen Stärken und Schwächen in den Blick genommen wird und nach einem ausgiebigen Profiling eine individuelle Förderkette ausgearbeitet bekommt. Diese beschäftigt sich nicht nur mit der Förderung in beruflicher Hinsicht durch Umschulung oder Weiterbildung, sie wird ergänzt durch fachliche Beratung und Unterstützung sowohl im Bereich Gesundheit, Ernährung und Persönlichkeit als auch durch Hilfen bei Schulden oder Suchtproblemen. Nach erfolgreicher Vermittlung endet die Förderung nicht, sondern es stehen, wenn gewünscht, Mitarbeiter bereit, die die erste Zeit im neuen Arbeitsverhältnis mit Rat und Tat begleiten. Mehr...


Die Arbeitgeber

Nicht nur deswegen ist das Projekt auch für Arbeitgeber interessant:
Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels kann es sich kaum ein Betrieb leisten, auf die Erfahrungen der älteren Generationen zu verzichten. Junge Arbeitnehmer und Auszubildende profitieren nicht nur von dem Fachwissen ihrer älteren Arbeitskollegen, sondern auch von deren Lebenserfahrung, Motivation und Identifikation mit dem Betrieb. Wir unterstützen Unternehmen, indem wir für Arbeitgeber einen möglichst passenden Arbeitnehmer finden, den wir gezielt auf das neue Tätigkeitsfeld fortbilden; dieser Service ist für den Arbeitgeber kostenlos.

Um beiden Seiten die Möglichkeit zu eröffnen, sich im laufenden Arbeitsprozess besser kennen zu lernen, kann der Projektteilnehmer für einige Zeit im Berieb mitarbeiten, ohne dass dem Arbeitgeber hierdurch Kosten entstehen. Da bei einem beruflichen Wiedereinstieg nach längerer Arbeitslosigkeit die Einarbeitungsphase sich u.U. etwas aufwändiger ist, fördert der jobcenter im Kreis Borken neue Beschäftigungsverhältnisse mit älteren Arbeitnehmern durch einen Eingliederungszuschuss. Mehr...

ein Projekt des
Service-Punkt ARBEIT
Aktuelles

Dezember 2011
Neue comeback50-Broschüre erschienen
Aktuelles

November 2011
Kreativität und Phantasie als Erfolgsrezept - Kinoevent mit Karl Schieweling
Aktuelles

Oktober 2011
Vorankündigung: Klappe die 50. - Kino-Event in Ahaus
Aktuelles

September 2011 Betriebsbesichtigung bei iglo
Aktuelles

Juli 2011  Mobilitätswoche des NRRW-Pakts: comeback50 macht mit
Aktuelles

Juni 2011  Vom arbeitslosen KFZ-Meister zum Berufsschullehrer - Beispiel einer geglückten Integration.
Aktuelles

Mai 2011  Service-Punkt ARBEIT heißt jetzt Jobcenter im Kreis Borken / Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Borken geht weiter zurück . Aktuelles

März 2011  Erfolgreiche comeback50-Bilanz 2010: Insgesamt 145 Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. Aktuelles

März 2011 Das  neue Jahresprogramm 2011 mit Trainings und Workshops für den Südkreis ist erschienen: Download


Dezember 2010 
Comeback50 kann die 100. Vermittlung  melden: Gabriele Dües (58) hat eine Stelle als Stationsassistentin gefunden. Aktuelles

April 2010 Als Botschafter 50plus für comeback50 konnte Gerd Wiesmann gewonnen werden. Er  war ab 1969 ununterbrochen Mitglied des Borkener Kreistages und seit der Kommunalwahl 1999 bis Oktober 2009 hauptamtlicher Landrat des Kreises Borken. 

August 2009 Gesundheitstag in der Akademie Klausenhof

Juli 2009
Start des Projekts comeback50 im Kreis Borken!

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Susanne Woldering
jobcenter im Kreis Borken - comeback50
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46 325 Borken
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